Elbhöhen-Wendland
Rund um die RundlingsdörferReddebeitz und Meuchefitz, Mammoißel und Tolstefanz. Was wie eine magische Beschwörungsformel klingt, sind in Wirklichkeit Ortsnamen aus dem Naturpark Elbhöhen-Wendland. Die Namen zeugen von einer slawischen Besiedlung, die auf diese Weise ihre Spuren hinterlassen hat. Aber nicht nur die Namen der Dörfer sind etwas Besonderes und charakteristisch für die Region, auch ihre Form ist es: Rundlingsdörfer. Diese Siedlungsform ist im Naturpark besonders gut und häufig erhalten geblieben.
Die äußere Form der Rundlingsdörfer ist jedoch nur selten einem Kreis ähnlich. Der Begriff „Rundling“ erschließt sich einem vor allem, wenn man im Dorfinneren steht. Von dort schaut man auf die Giebel der Hofstellen, die sich mit ihren keilförmigen, mit der spitzen Seite zum Dorfinnenraum ausgerichteten Grundstücken, kreisförmig um den Dorfplatz anordnen. Rundlingsdörfer haben außerdem nur eine Zufahrt, was die besondere Atmosphäre noch verstärkt.
Die Rundlingsdörfer des Naturparks gehören als Rundlingslandschaft zur Deutschen Fachwerkstraße. Am besten erhalten geblieben sind die Rundlinge Lübeln, Göttien, Diahren, Bussau, Püggen, Schreyahn und Satemin. Das Freilichtmuseum Wendlandhof Lübeln informiert über die Entstehung und Geschichte dieser einzigartigen Dörfer und gibt einen Einblick, wie ihre Bewohner vor etwa 200 Jahren gelebt und gearbeitet haben. Das ganze Jahr über bietet das Rundlingsmuseum Aktionstage, Märkte, Handwerksvorführungen, Ausstellungen und vielfältige Programme für Kinder und Jugendliche an. Empfehlenswert ist auch eine Radtour durch die Rundlingslandschaft.
Nemitzer Heide mit Informationszentrum
Das FFH- und EU-Vogelschutzgebiet Nemitzer Heide entstand nach einem verheerenden Waldbrand im Gartower Forst im Jahr 1975. Damals wurde ein Teil der abgebrannten Waldflächen nicht wieder aufgeforstet. Dort, wo es bereits vor Jahrhunderten eine Heidelandschaft gab, entstand die Nemitzer Heide sozusagen neu. Charakterisiert wird die Nemitzer Heide durch die typischen Trocken- und Magerrasengesellschaften. Die Heidelandschaft wird von einer Heidschnuckenherde gepflegt.
Eine multimediale Ausstellung im Informationszentrum Nemitzer Heidehaus informiert nicht nur über die Entstehung und Entwicklung der rund 550 Hektar großen Nemitzer Heide, sondern auch über die dort vorkommenden, meist streng geschützten Tierarten wie zum Beispiel Brachpieper, Ziegenmelker oder Heidelerche. Das barrierearme Heidehaus liegt an der Straße zwischen Trebel und Nemitz. Im Untergeschoss befindet sich ein Café, auf dem Außengelände ein Kinderspielplatz. Das Nemitzer Heidehaus gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen im Naturpark. Am letzten Augustwochenende findet das Heideblütenfest statt.
Vom Drawehn über die stille Lucie und den Gain zum goldenen Lemgow
Der Drawehn ist eine teils bewaldete, teils landwirtschaftlich genutzte, sehr abwechslungsreiche Hügellandschaft, die sich vom Elbtalrand bei Neu Darchau 40 Kilometer in südliche Richtung erstreckt und eiszeitlich entstanden ist. Die höchste Erhebung des Drawehn und des gesamten Naturparks ist mit 142 Metern über Normalnull der „Hohe Mechtin“. Im nördlichen Teil des Drawehn befindet sich die Göhrde, ein ehemals kaiserliches Jagdrevier und eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Norddeutschlands. Besonders hervorzuheben ist dort das Naturschutzgebiet „Breeser Grund“, ein 37 Hektar großer, ehemaliger Hutewald mit alten Solitäreichen und Heide. Der Breeser Grund hat einen besonderen Wert als Lebensraum für seltene Käfer- und Schmetterlingsarten. Auch Fledermäuse, Spechte und andere Höhlenbewohner leben hier. Ganz in der Nähe befindet sich die Umweltbildungseinrichtung „Naturum Göhrde“.
Das Naturschutzgebiet „Die Lucie“ ist ein rund 1.800 Hektar großer, ehemaliger Bruchwald in der Jeetzelniederung, der sehr naturnahe Waldbestände aus Nadel- und Laubholz mit hohem Altholzanteil aufweist. Der Wald wird als Naturwirtschaftswald bewirtschaftet. Anlass zur Ausweisung der Lucie als Naturschutzgebiet war das Brutvorkommen des Kranichs. Das Naturschutzgebiet wird aufgrund der dort herrschenden Ruhe oft auch als „stille Lucie“ bezeichnet.
Das Naturschutzgebiet „Gain“ wird durch naturnahe Wälder, einen kleinstrukturierten, landwirtschaftlich genutzten Niederungsbereich sowie durch ausgedehnte Feuchtgebiete und naturnahe Fließgewässer geprägt. Eine Beobachtungskanzel bietet an Flachgewässern und Wiesensenken intensive Naturbeobachtungsmöglichkeiten. Ohne die Tiere zu stören, kann hier hautnah die Nahrungsaufnahme verschiedener Großvögel wie Graureiher, Weißstorch und Kranich beobachtet werden. Mit viel Glück ist auch der Schwarzstorch zu sehen. Die Flachgewässer sind Anziehungspunkt für Wiesenvögel, Wasserinsekten und natürlich auch für Amphibien. Zur Bestimmung der Rufe der hier vorkommenden Froscharten befindet sich in der Beobachtungskanzel eine Audiostation. Mit ihrer Hilfe können die typischen Ruflaute von Moor-, Laub- und Wasserfrosch bestimmt werden. Kleine Informationstafeln mit nur sparsamem Text geben die notwendigen Erklärungen zu den am Gewässer vorkommenden Vogel- und Amphibienarten. Der Beobachtungsturm steht an einem ca. fünf Kilometer langen Naturwanderpfad, der mit acht Schautafeln ausgestattet ist. Dort kann Wissenswertes über die Flussniederung und ihre Tier- und Pflanzenwelt in Erfahrung gebracht werden. Kleine Tafeln mit Pfeilen geben die Richtung an. Der Rundwanderweg beginnt in Bergen an der Dumme und führt durch eine abwechslungsreiche, kleinstrukturierte Landschaft. Im Mai und Juni zeigen die gut besonnten Wiesen ihren Blütenreichtum.
Im Lemgow, der wegen seiner landwirtschaftlichen Prägung auch als „golden“ bezeichnet wird, ist rund ein Drittel der Fläche als Natur- oder Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Eine Radtour zur Hohen Kirche und den umliegenden Rundlingsdörfern lohnt sich auf alle Fälle.
Das Grüne Band verbindet
Lange Zeit lag die Region an der innerdeutschen Grenze. Glücklicherweise gehört der ehemalige Grenzstreifen seit vielen Jahren zum länderübergreifenden Naturschutzprojekt „Grünes Band“, da sich hier in der Zeit der deutschen Teilung eine große Artenvielfalt entwickeln konnte. Heute verbindet das Grüne Band Menschen auf beiden Seiten des ehemaligen „Eisernen Vorhangs“. Der 190 Kilometer lange Vier-Länder-Grenzradweg, der dem Verlauf des Grünen Bands folgt, führt an ausgeschilderten Grenzerfahrungspunkten vorbei: Ob seltene Lebensräume, Pflanzen oder Tiere, Relikte der deutschen Teilung wie Grenztürme oder geschleifte Dörfer, alles Eindrücke, die lange nachwirken. Wer nicht mit dem Rad fahren möchte, kann auch das Grenzlandmuseum Schnackenburg oder das Swinmark-Grenzlandmuseum Göhr besuchen.
Feldlilienpfad Govelin und Route der alten Obstsorten
Der gut vier Kilometer lange Feldlilienpfad bei Govelin vermittelt zu jeder Jahreszeit neue Eindrücke von der Natur. Über die Entwicklung und Entstehung der extensiv genutzten Kulturlandschaft und die von Juni bis Mitte Juli blühende Feuerlilie informieren zwölf Infotafeln. Die „Route der alten Obstsorten im Wendland“ führt zu herausragenden Streuobstwiesen, verwunschenen Alleen und prächtigen, alten Einzelbäumen. Obstsorten kennenzulernen und ihre Geschmacksvielfalt zu genießen, sind Ziele dieser touristischen Erlebnisroute.
Alternatives, Kreatives und die Kulturelle Landpartie
Geprägt wird der Naturpark Elbhöhen-Wendland aber auch durch die künstlerische Kreativität und musische Vielfalt der hier lebenden Menschen. Viele Künstler haben sich in den letzten Jahrzehnten entlang der Elbe und im Wendland niedergelassen. Jedes Jahr zwischen Himmelfahrt und Pfingsten findet in über 80 Dörfern die Kulturelle Landpartie statt. Dann öffnen Maler, Bildhauer und andere Künstler ihre Hoftore und Ateliers und zeigen das Geschaffene. Selbst in der Landschaft sind ihre Werke dann zu sehen. In Scheunen und unter Schauern finden Konzerte und Theatervorführungen statt. Land und Leute können während der Kulturellen Landpartie auf eine ganz besondere Art und Weise kennengelernt werden. Die Region steht aber auch für eine ökologische Landwirtschaft. Landwirtschaftliche Produkte können oftmals direkt auf den bäuerlichen Höfen gekauft werden.
Lage und Anfahrt
PKW:
Bahn:
Bahn:
Schutz von Natur & Klima
Es wird die Wirkung von prognostizierten Niederschlagsänderungen auf Heideökosysteme in der Metropolregion Hamburg untersucht, um damit dem Mangel an fundierten Kenntnissen zur Erarbeitung von Anpassungsstrategien an den Klimawandel Rechnung zu tragen.
Kontaktadresse
Elbhöhen-Wendland
Königsberger Str. 10
29439 Lüchow (Wendland)
Deutschland
Tel.: (+49) 05841 120-540
Fax: (+49) 05841 120-509
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