Saale-Unstrut-Triasland

Der Naturpark „Saale-Unstrut-Triasland“ liegt im Süden von Sachsen-Anhalt und grenzt an Thüringen. Mit einer Fläche von 103737 ha erstreckt sich das Naturparkgebiet über Teile des Burgenlandkreises und schließt südliche Teile des Saalekreises ein.
Die Flusstallandschaften von Saale, Unstrut und Weiße Elster mit ihren Weinbergen und weit verzweigten Seitentälern, die großen Waldgebiete Ziegelrodaer Forst und Zeitzer Forst, sowie das Geiseltalseegebiet prägen die Region. Der im Dezember 1991 gegründete und im Februar 2000 verordnete Naturpark Saale-Unstrut-Triasland hat seine Fläche im Jahr 2008 per Erklärung um 32570 ha erweitert.
Der Naturpark Saale-Unstrut-Triasland steht für eine einzigartige, großräumige Kulturlandschaft, in der das Erscheinungsbild durch vielfältige Besonderheiten charakterisiert wird. Kulturgeschichtlich wertvolle Bauwerke, zum Teil mit internationaler Bedeutung wie der Naumburger Dom, die Neuenburg in Freyburg, einstige Klosteranlagen, wie die heutige Landesschule Kloster Pforta oder das ehemalige Benediktinerkloster in Memleben neben zahlreichen Burgen und Schlössern stehen für eine bewegte Historie. Daraus resultiert die Bestrebung für die „Hochmittelalterliche Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut“ bis 2015 den Antrag auf den Status Unesco-Weltkulturerbe zu stellen. Ausgehend vom Naumburger Dom eröffnet sich ein kulturhistorisch einmaliges hochmittelalterliches Potential an Burgen und Klosteranlagen in einer seltenen derartigen Bestandsdichte eingebettet in einer einzigartigen Kulturlandschaft für diese Antragstellung.
Der Naturpark steht des weiteren für Höhepunkte der frühen Menschheitsgeschichte. Über 350000 Jahre alt sind die hier aufgefundenen Spuren bzw. Werkzeuge erster Menschen, die im Fund der 3600 Jahre alten „Himmelsscheibe von Nebra“ in einem Glanz- und Höhepunkt gipfeln. Als älteste Himmelsdarstellung der Menschheitsgeschichte rückt die Himmelsscheibe von Nebra, neben weiteren bedeutsamen Funden aus Stein- und Bronzezeit die Region in den Blickwinkel einer hoch entwickelten Region der Vorgeschichte.
Im Naturpark finden sich wertvolle Naturräume mit einer bemerkenswerten Biotop- und Artenvielfalt. Weinbauterrassen wechseln sich mit Trockenrasenflächen, Streuobstwiesen, Trockeneichen- und Auenwäldern in verschwiegenen Bachtälern ab. Ein hoher Flächenanteil der Naturparks ist durch Natur- und Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen und trägt dem besonderen Schutzbedürfnis der Lebensgemeinschaften wild lebenden Tier- und Pflanzenarten Rechnung. Charakteristisch für die seltenen und schutzbedürftigen Arten, die in ihrer Schönheit und Einzigartigkeit für diese Landschaft stehen, sind die wertvollen Orchideenvorkommen, die Vielzahl von Fledermausarten, aber auch der Uhu als größte heimische Eulenart und der sehr seltene Hirschkäfer.
Grundlage für diesen Naturraum sind die geologische Struktur, das Klima und die Bodenbeschaffenheit. Landschaftlich dominant sind die Triasschichten, vor rund 250 Mio. Jahren entstandene Gesteinssedimente, von denen außer dem bereits fast völlig erodierten Keuper vor allem der Buntsandstein und der Muschelkalk prägnant sind. Fruchtbare Lehm-Lös-Böden, zum Teil auch Lös-Schwarzerde, überdecken die Höhenzüge und Plateaus. Das untere Unstruttal und seine Randbereiche zeichnen sich infolge der Lage im Lee der Mittelgebirge durch ein besonders niederschlagsarmes, sommerwarmes und wintermildes Klima aus (Weinbauklima). Die natürliche Vegetation entspricht dem landschaftlichen Profil und den dadurch gekennzeichneten örtlichen mikroklimatischen Verhältnissen.
Die abwechslungsreiche Naturlandschaft bietet Lebensraum für zahlreiche geschützte Pflanzen- und Tierarten. Zu nennen wären Trockenrasengesellschaften mit Feder- und Perlgras, u.a. Adonisröschen und Kuhschelle, wärmeliebende Gehölze und Straucharten, wie Elsbeere, Kornelkirsche, Hasel, Wolliger Schneeball, Hartriegel, Mehlbeere oder der seltene Speierling. Die Tierwelt umfasst eine artenreiche Säugetierfauna, seltene Vogel-, Käfer- und Lurcharten. Im Zuge des erhöhten Gewässerschutzes kann eine bedeutende Steigerung der Fischartenvielfalt in den Flüssen bilanziert werden. Die naturräumlich günstigen Voraussetzungen begründeten eine über 1000-jährige Weinbautradition an Saale, Unstrut und Weiße Elster, die 998 erstmals urkundlich erwähnt ist und heute externe Lagen bei Salsitz (Raum Zeitz) und die ehemalige Halde Klobikau (am Geiseltal) einschließt.
Mit der Schaffung des Geiseltaler Seenkomplexes und dem Kernbereich „Geiseltalsee“ wird nach 300 Jahren Kohle-Bergbaugeschichte ein neues Kapitel geschrieben: Die Entwicklung zum touristischen Erholungsgebiet. Ein Seenkomplex mit dem größten künstlichen See Deutschlands und dem größten See in Sachsen-Anhalt entsteht. Bereits während des Flutungszeitraumes des Sees siedelt sich sukzessiv eine wertvolle Fauna und Flora an. Beobachtet wird der sich entwickelnde Bestand einer Kolonie der sehr seltenen Vogelart Bienenfresser, aber auch gefährdete Wasservögel, wie Große Rohrdommel, Eisvogel und seltene Greifvogelarten haben die Landschaft als Rast- und Brutgebiet zurückerobert.
Der Zeitzer Forst als neue Teilfläche des Naturparks mit einer Gesamtfläche von 1800 ha lässt sich in seiner Struktur mit dem Ziegelrodaer Forst vergleichen. Nahe der Stadt Zeitz gelegen, bildet die Landschaft um den Zeitzer Forst den Übergang aus der Halle-Leipziger Tieflandsbucht zum Thüringer Berg- und Hügelland. Sie wird deshalb auch als „Pforte zum Thüringer Land“ bezeichnet. Ein ausgeprägtes Wanderwegenetz verbindet Sehenswürdigkeiten und bietet Naherholung in Ortsnähe.
Durch die Eröffnung der Weinroute im Mai 2004 wurde die alte Weinbautradition an der Weißen Elster wieder belebt. Seit 1998 wurden in der Region, zugehörig zum Anbaugebiet Saale-Unstrut, mehrere Weinberge wieder aufgerebt.

Entsprechend vielfältig gestalten sich die touristischen Angebote. Der Naturpark liegt im Fokus landesbedeutsamer Tourismusrouten, wie „Straße der Romanik“, „Himmelswege“, „Gartenträume“, „Blaues Band“ und „Weinstraße Saale-Unstrut“. Aktivurlaub steht im Mittelpunkt wird durch das Bäderdreieck Bad Kösen, Bad Sulza und Bad Bibra, welches sich auf Wellness und Gesundheitsprävention ausrichtet, untersetzt. Der Naturpark setzt auf umweltverträglichen Tourismus unter dem Solgan der Region: „Natürlich Saale-Unstrut“.

Naturhighlights

  • Reiche Kulturlandschaft mit bemerkenswerten Zeugnissen des 12.-19. Jhds.; Terrassenweinbau an Muschelkalkhängen; Trockenrasen; Streuobstwiesen, Orchideen; seltene, geschützte xerotherme Pflanzen in Trockenseitentälern.

Pauschalangebote

Ballonfahrten
Gehen Sie stilvoll in der Morgendämmerung mit einem Heißluftballon in die Luft und genießen die Freiheit zwischen Himmel und Erde in einem Logenplatz über dem Naturpark Saale-Unstrut-Triasland.
alle Pauschalen

Kontaktadresse

Saale-Unstrut-Triasland
Unter der Altenburg 1
06642 Nebra
Deutschland
Tel.: (+49) 034461 22086
Fax: (+49) 034461 22026

zur Homepage