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Kontakt

Naturpark Siebengebirge
Kaiser-Wilhelm-Platz 1
53721 Siegburg
Deutschland

Tel.: 02241 / 13-3329
E-Mail: info@naturpark-siebengebirge.de
Web: zur Homepage

Siebengebirge

In uralten Zeiten halfen sieben Riesen dem Rhein einen Lauf durch einen Höhenzug nahe der kleinen Stadt Königswinter zu bahnen. Nach getaner Arbeit klopfte jeder von ihnen seinen Spaten auf den Boden, damit der Dreck sich löste. Als die sieben Riesen ihre sieben sauberen Spaten schulterten und sich auf den Heimweg machten, standen an dieser Stelle sieben Berge.

Der älteste Naturpark in Nordrhein-Westfalen ist weit über die Landesgrenzen bekannt. Die sieben Berge aus seinem Namen sollte man allerdings nicht wörtlich nehmen, denn insgesamt sind es 42 Kuppen, die von 390 Vulkanen ausgeformt wurden. Oberhalb der Rheinauen zwischen Bonn und Bad Honnef bieten sie zum Teil großartige Perspektiven. Vom Ölberg, mit 461 Metern die höchste Erhebung, hat man bei klarem Wetter einen traumhaften Blick zum Kölner Dom über das Rheintal, den Westerwald bis hin zum Taunus.

Die atemberaubende Kulisse, die durch die Löwen- und Wolkenburg, das Gründerzeitschloss Drachenburg (http://www.schloss-drachenburg.de/index.php/de/)mit seinen Gartenanlagen, den Petersberg und die ausgedehnten Buchen- und Eichenwälder geprägt wird, ist seit langem ein Magnet für eine internationale Besucherschar.

Das Siebengebirge spielt in der deutschen Naturschutzgeschichte und unter den deutschen Naturparken eine besondere Rolle. Der Ankauf des Drachenfelsens durch den preußischen Staat im Jahre 1836 und die dadurch erreichte Einstellung der Steinbruchbetriebe wird bis heute als der erste Sieg der Ideen des Landschafts- und Naturschutzes über wirtschaftliche Interessen angesehen. Ähnlich ging auch der Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) vor, der 1869 von besorgten Naturfreunden gegründet wurde. Er erwarb das Kernstück des heutigen, 112 Quadratkilometer großen Naturparks, das bereits 1923 als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Damit ist es mit der Lüneburger Heide eines der ältesten deutschen Naturschutzgebiete.

Wie in alten Bilderbüchern hält sich der Laubwald hier an schroffen Felsen fest, immergrüne Hänge gehen in Täler mit kleinen Bachläufen und Streuobstwiesen über. Auf der Grenze von atlantischer und kontinentaler Klimazone finden knorrige Eichen ebenso wie Stechpalmen Lebensraum. Seltene Tier- und Pflanzenarten der Roten Liste sind hier zu Hause: Schwarzstörche, Geburtshelferkröten, Hirschkäfer, Schwarzspechte, Uhus und Zauneidechsen sind hier zu Hause.

Wo Steinbrüche aufgegeben wurden, lässt sich die Entstehungsgeschichte oft ganz plastisch nachverfolgen - zum Beispiel am Weilberg bei Heisterbacherrott und an der Oberkasseler Rabenley zeigen sich die geologischen Schichten im repräsentativen Querschnitt eindrucksvoll.
Eine weitere Besonderheit des Naturparks ist, dass nur in dieser Gegend, zu Füßen des Aussichtspunktes "Hülle" in Nordrhein-Westfalen seit jeher Wein angebaut wurde.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Naturparks ist, dass bereits in den Achtziger Jahren die 140 bis 150 Jahre alten Buchen und Traubeneichen am Nonnenstromberg ebenso wie die Buchenbestände am Petersberg zu "Naturwaldzellen" erklärt wurden. 2010 errichtete der VSS zudem das 523 Hektar große Wildnisgebiet auf seinem Areal um Artenvielfalt und Biodiversität nachhaltig zu unterstützen. Die gesamte Fläche geschützter Wälder beläuft sich mittlerweile sogar auf 650 Hektar, da auch die Waldgebiete an den Hängen des Petersbergs sowie an Ölberg und Löwenburg angegliedert werden konnten. Damit entwickelt sich ein spannender, fortlaufender Prozess: Wo Buchen und Eichen ungehindert altern und verfallen dürfen, während gleichzeitig nicht standortgerechte Nadelhölzer aussortiert werden, entstehen in ihrem Alt- und Totholz unverwechselbare Lebensräume - mit Hunderten von Großpilz-, Käfer- und vielen anderen Arten, die aus Wildnis- immer mehr auch Erlebnisgebiete für faszinierte Besucherinnen und Besucher gestalten.

 

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