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Geschichte der Naturparkbewegung

Der entscheidende Wegbereiter der deutschen Naturparke war der Hamburger Großkaufmann Dr. Alfred Toepfer. In seinem Vortrag "Naturschutzparke - eine Forderung unserer Zeit" hat er am 6. Juni 1956 in der Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn ein Programm von mindestens fünfundzwanzig Naturparken als Vorschlag vorgestellt.

Dem Naturpark Hoher Vogelsberg, 1957 zuerst noch als "Naturschutzpark" ausgewiesen, folgten 1958 die Südeifel, hier zugleich mit dem Ziel des ersten europäischen, nämlich des Deutsch-Luxemburgischen Naturparks und der Pfälzerwald. Im nächsten halben Jahrzehnt bis Ende 1964 waren 25 neue Naturparke entstanden. Damit waren Zeichen gesetzt, die das zunehmende Interesse der Presse und des Rundfunks, sowie die lebhafte Zustimmung der Besucher fanden. Am 10. Oktober 1963 fand in Irrel in der Südeifel die Gründung des Verbandes Deutscher Naturparke e.V. (VDN) statt. Dr. Alfred Toepfer wurde zum ersten Verbandspräsidenten gewählt.

Mit dem 1976 in Kraft getretenen Bundesnaturschutzgesetz verfügten die Naturparke erstmalig über eine gesetzliche Grundlage, die Schutzgegenstand und Schutzzweck verbindlich vorgab. Danach waren Naturparke einheitlich zu entwickelnde und zu pflegende Gebiete, die großräumig sind, überwiegend aus Landschafts- oder Naturschutzgebieten bestehen und sich wegen ihrer landschaftlichen Voraussetzungen für die Erholung besonders eignen.

Vor der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1990 war die Zahl der Naturparke mit 64 viele Jahre konstant. Die Wiedervereinigung brachte neue Impulse für die Naturparkbewegung. Kurz zuvor war es einer Gruppe um Prof. Dr. Michael Succow mit dem Nationalparkprogramm der ehemaligen DDR gelungen, ein System von Großschutzgebieten (Nationalparke, Biosphärenreservate, Naturparke) zu entwickeln. 14 Gebiete wurden in der Folge in den Einigungsvertrag BRD-DDR übernommen. Die Naturparke in den neuen Bundesländern hatten im Vergleich zu der Mehrzahl der bereits bestehenden westdeutschen Naturparke ein breiteres Aufgabenspektrum. Ziele wie wirtschaftliche Entwicklung, Regionalvermarktung und Umweltbildung wurden nach der Vereinigung verstärkt in die Rechtsgrundlagen der Naturparke aufgenommen. Während bei den westdeutschen Naturparken die Trägerschaften überwiegend bei Vereinen oder kommunalen Zweckverbänden liegt, sind zahlreiche Naturparke der neuen Bundesländer (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Thüringen) als Landesbehörden organisiert. Die Forderung nach einer gleichwertigen Integration ökologischer, ökonomischer und sozialer Ziele innerhalb einer nachhaltigen Gesamtentwicklung gewann mit der Weltkonferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro an Bedeutung. Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung fand auch Eingang in die Diskussion der Entwicklungsziele sowie in die praktische Arbeit vieler Naturparke. Naturparke in Deutschland bieten heute die Chance, einen nachhaltigen Tourismus und eine umweltgerechte landwirtschaftliche Nutzung zu unterstützen und so die nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum zu fördern. Die Ziele Naturschutz und nachhaltige Entwicklung können so in den Naturparken unter Einbeziehung der dort lebenden Menschen gemeinsam verfolgt werden.

1995 und darauf folgend 2001 wurden die "Aufgaben und Ziele der deutschen Naturparke", die 1984 erstmalig durch den VDN entwickelt worden waren, grundlegend überarbeitet. Hiermit fand eine wesentliche Erweiterung des Naturpark-Handlungsspektrums über die Bereiche Naturschutz, Erholung und Tourismus hinaus statt. Mit dem im Jahr der Naturparke 2006 vom VDN entwickelten "Petersberger Programm der Naturparke in Deutschland" wurden die Schwerpunkte der Arbeit der Naturparke für die kommenden Jahrzehnte formuliert.

Dem Wandel der Aufgaben und Ziele deutscher Naturparke wurde 2002 auch in der vom Bundestag beschlossenen Neuregelung des Bundesnaturschutzgesetzes Rechnung getragen. Danach eignen sich Naturparke wegen ihrer landschaftlichen Voraussetzungen besonders für die Erholung und in ihnen wird ein nachhaltiger Tourismus angestrebt. Sie dienen der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch vielfältige Nutzung geprägten Landschaft und ihrer Arten- und Biotopvielfalt. Zu diesem Zweck wird eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt. Darüber hinaus sind Naturparke besonders dazu geeignet, eine nachhaltige Regionalentwicklung zu fördern. Damit sind wesentliche Leitlinien für die Fortentwicklung der Naturparke geschaffen worden.

Der positiven quantitativen Entwicklung von Naturparken in Deutschland auf damals 100 Naturparke hat der VDN 2005 durch die Förderung des Bundesamtes für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums eine qualitative Entwicklung zur Seite gestellt, indem er die "Qualitätsoffensive Naturparke" in enger Absprache mit den Naturparken entwickelt hat. Die Qualitätsoffensive Naturparke ist ein Instrument zur Selbsteinschätzung und zur kontinuierlichen Verbesserung der Qualität von Arbeit und Angeboten in den Naturparken, um so auch die Position der Naturparke in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu stärken.

Das Jahr der Naturparke 2006 unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler hat in erheblichem Maße dazu beigetragen, die Naturparke bundesweit bekannt zu machen.

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